Montag, 28. Mai 2018

Endspurt - Mosel07

Nachdem die Schönwetterfront ab dem frühen Nachmittag pausieren soll, kommt es mir entgegen, dass nur noch gemütliche 50km nach Koblenz anstehen. Es fällt schwer, dass beeindruckende Frühstücksbuffet, welches ich gegen 7.30 Uhr fast für mich alleine habe (nur ein paar Ameisen sind schon im Zucker, bei der Arbeit) zu verlassen und aufs Radel zu steigen.





Im Ort wechsel ich mit der Brücke mal wieder aufs andere Moselufer, da der Radweg dort als ruhiger beschrieben ist. Kurz hinter Cochem eine Spontantsperrung.
Im Gegensatz zu Sperrungen für Autos, die doch meist spätestens an der letzten entscheidenden Kreuzung (zwecks Umfahrung) angekündigt werden, lässt man den Radfahrer erstmal die Baustelle bewundern und beglückt ihn dann mit einem "Radfahrer  Durchfahrt verboten" Schild. Das Ende der Baustelle (mit Ampelschaltung) ist gut sichtbar und nach kurzer Überlegung ist klar, dass die auf teurem Schild angekündigten Alternativen keine sind. Vor allem, weil es gerade 8.30 Uhr ist und die angepriesene Fähre erst in 1,5h fährt. Erwähnenswert ist auch, dass der angegebene Standort nicht meiner ist und ich mich genau auf der anderen Seite der Baustelle befinde.
Die Ampelschaltung schaffe ich mit dem Rad übrigens locker und so ist der Abschnitt in den nächsten Ort schnell überwunden.



Hinter Cochem gehts dann oft straßennah oder straßenbegleitend Richtung Koblenz. Ab und zu wird man kurz vor dem Ort von der breiten Radspur an der Straße auf einem verbreitenden Gehweg geleitet, der dann im Ort allerlei Einmündungen kreuzt. Man könnte fast meinen, man muss den vielen Autos Platz machen, die derweil auf der ehemaligen Radspur parken.

Ab und zu geht es dann doch noch von der Straße ab in die Weinberge, was mit dem ein oder anderen Höhenmeter, aber dafür natürlich auch mit der ein oder anderen schönen Abfahrt verbunden ist. Gegen 11 Uhr erreiche ich Kobern Gondorf. Hier hatte ich schon einmal vor 18 Jahren einen Kurzurlaub zur Weinfestzeit gemacht. Von der damaligen Ballermannstimmung ist heute Gott sei Dank nichts zu merken, aber einige scheinen gerade vom Frühstück zu kommen...



Auch in Winningen ist es noch sehr ruhig. 


Koblenz ist jetzt nur noch knapp 20km entfernt und ich freue mich darauf anzukommen. In Güls werde ich noch ein letztes Mal mit der Radverkehrspolitik erfreut. Bei der Auffahrt zur Gülser Eisenbahnbrücke eine Vollsperrung des Rad/Fußwegs. Fußgängern weist ein Weg um die Ecke. Als ich der Wegführung folge, ist mir auch klar, warum hier die Radfahrer nicht mehr erwähnt werden. Ich stehe vor einer stattlichen Metallbedarfstreppe. Ein Radfahrer, der gerade sein Radel (ohne Taschen) nach unten trägt, empfiehlt mir die nächste Brücke ca. 2km weiter. So geht es halt doch noch etwas an diesem Ufer entlang. Vor der nächsten Brücke empfängt mich dann ein riesiges Plakat, welches auf die 100 000 Parkplätze in Koblenz hinweist, welche den Besuchern zur Verfügung stehen. Danke! Mir hätte eine Radwegsumleitung gereicht.

In Koblenz gehts dann durch relativ viel Grün Richtung Deutsches Eck.Es sind viele Menschen unterwegs und am deutschen Eck ist dann auch noch ein Fest. Ich treffe auf eine andere Gruppe, die gerade ihr "Finisher" Foto macht. Wir kommen ins Gespräch. Sie sind 3 Etappen der deutschen Mosel gefahren und empfehlen mir auch den Rhein.
In Frankreich startet anscheinend kaum jemand (habe zumindest niemanden getroffen), es gibt dann noch die Quereinstieger, die von Saarbrücken zwei Tage die Saar nach Trier hochradeln und dann zur Mosel wechseln.
Mir hat es Spaß gemacht dem Fluß circa 330 km zu folgen und die wechselnde Landschaft zu beobachten.


Am deutschen Eck mache ich es mir erstmal auf der Liegewiese gemütlich und verabschiede mich von der Mosel bis die ersten Regentropfen kommen. Beim Weg in die Stadt wird mir der Trubel klar. Es ist verkaufsoffener Sonntag. So wird das Sightseeing etwas abgekürzt und ich begnüge mich auf einem Schattenplatz bei Livemusik die strömenden Menschenmassen zu beobachten.
Mit IC gehts es dann direkt von Koblenz nach Nürnberg und mit einem vollen RE nach Erlangen.



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